Was ist Hormonersatztherapie?
- Hormonersatztherapie (HET) bezeichnet die medizinische Verwendung weiblicher Sexualhormone zum Ausgleich des Hormonrückgangs während der Wechseljahre.
- Hierbei wird Östrogen (mit oder ohne Progesteronzusatz) eingesetzt, das die vom weiblichen Körper während der Wechseljahre in geringerem Maße produzierten Hormone ergänzen soll.
- Die Hormonersatztherapie wird weitgehend verschrieben, um eine Milderung der unerwünschten Begleiterscheinungen der Wechseljahre zu erzielen, wie etwa Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und nächtliches Schwitzen. Auch zur langfristigen Vermeidung von Osteoporose nach den Wechseljahren bei Frauen, die andere Mittel zur Vorbeugung von Osteoporose nicht einnehmen können.
- Als Darreichungsform stehen Tabletten, Implantate, Pflaster, Vaginalringe, Hautgels, Östrogeninjektionen und Nasensprays zur Verfügung. Auch Vaginalpräparate wie Cremes, Tabletten oder Zäpfchen sind erhältlich.
Bedenken bei der HET
Zwei Studien, die Women’s Health Initiative (WHI) und die Million Women Study (MWS) belegen, dass die Hormonersatztherapie je nach Dauer das Risiko erhöht, an Brustkrebs, Uteruskrebs und Eierstockkrebs zu erkranken. Es gibt keine Nachweise für die positive Wirkung der HET auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen – vielmehr gilt es als erwiesen, dass die HET besonders im ersten Behandlungsjahr das Herzinfarktrisiko, aber auch das Schlaganfallrisiko erhöht. Da mit zunehmendem Alter das Risiko für derartige Leiden steigt, besteht mit HET ein zusätzlich erhöhtes Risiko.
- Die WHI wurde 1991 angesetzt, begann 1997 und sollte 2005 abgeschlossen werden. Von 16.000 gesunden Frauen mit Uterus in der Postmenopause im Alter zwischen 50 und 79 Jahren erhielt die Hälfte der Teilnehmerinnen das zu untersuchende Hormonpräparat, die andere Hälfte bekam Placebos. Am 21. Mai 2002 wurde die Studie jedoch vorzeitig abgebrochen, da die gesundheitlichen Risiken für die Teilnehmerinnen an der HET die möglichen Vorteile der Hormonersatztherapie bei weitem zu übertreffen schienen.
- Die Million Women Study ist eine Beobachtungsstudie der britischen Gesundheitsbehörden, in der unter anderem Daten über Hormonersatztherapie (HET), Krebshäufigkeit und Tumorsterblickeit erhoben werden. 1.084.110 Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren wurden zwischen 1996 und 2001 innerhalb der Studie mittels Brust-Screening untersucht und unter anderem zu ihrer Hormonersatztherapie befragt. Die jährlich festgehaltenen Ergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen HET und Brustkrebsinzidenz hin.